Der Himmel als göttliche Ordnung
Seit Jahrtausenden schauen Menschen in den Himmel — und versuchen, ihn zu verstehen.
„Ich weiß, dass ich sterblich bin und nur einen Tag lebe. Aber wenn ich den dichten Zug der Sterne verfolge, berühren meine Füße die Erde nicht mehr."
— Claudius Ptolemäus, AlmagestUnsere Sieben-Tage-Woche
Die Wochentage sind von den sieben Wandelsternen abgeleitet, welche die Menschen seit jeher freiäugig sehen. Sie bewegen sich vor dem scheinbar fixen Sternenhimmel.
Die Welt beginnt sich zu drehen
Seit Jahrtausenden schauen Menschen in den Himmel — und versuchen, ihn zu verstehen.
1:2:4 um Jupiter
Die Umlaufzeiten der Monde Io, Europa und Ganymed sind präzise aufeinander abgestimmt.
Vor über 400 Jahren richteten Galileo Galilei und Simon Marius erstmals Teleskope auf den Jupiter und entdeckten, dass Io, Europa, Ganymed und Kallisto nicht die Erde, sondern den Jupiter umkreisen – ein sichtbarer Widerspruch zum damals vorherrschenden geozentrischen Weltbild. Wer die Monde tatsächlich zuerst beobachtete, bleibt unklar. Simon Marius durfte den einzelnen Monden ihre Namen geben, doch zu Ehren Galileis werden sie heute als die Galileischen Monde bezeichnet. Bereits nach wenigen Wochen der Beobachtung erkannte man, dass drei von ihnen auf resonanten Bahnen unterwegs sind.
Die Welt wird größer
Die Erkundung der Welt folgt jetzt den strengen Regeln der Naturwissenschaft. Präzise Beobachtungen, mit den neuen Möglichkeiten der Optik, belegen die Ideen der Theroretiker.
Planet 13
Mit der Entdeckung des Neptun wuchs die Zahl der Planet unseres Sonnensystems auf 13 und erreichte ihren Höhepunkt. Eine neue Klasse von Himmelskörpern sollte her.
Die Anzahl der als Planet bezeichneten Himmelskörper zeigt, wie unsere Beschreibung des Sonnensystems mit den Fortschritten in der Beobachtung immer präziser geworden ist. Damit hat sich auch die Bedeutung des Wortes Planet immer wieder gewandelt. Mit der Entdeckung von Pallas (1802) wurde der Planetenstatus zunehmend zweifelhaft. Obwohl eine offizielle Definition fehlte, bezeichnete man die heutigen Zwerg- und Kleinplaneten spätestens ab den 1850er Jahren nicht mehr als Planet. Pluto bildete später eine vorübergehende Ausnahme.
Planeten (planets), Zwergplaneten (dwarf planets) und Kleinplaneten (minor planets) befinden sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne. Planeten dominieren ihre Bahn, im Gegensatz zu Zwergplaneten. Beide haben aufgrund ihrer Eigengravitation eine annähernd runde Form.
Das goldene Zeitalter der Physik
Neuartige physikalische Theorien, kontraintuitive Experimente und unerwartete Beobachtungen verändern unsere Vorstellung des Universums grundsätzlich.
Nomen est omen
Die Namen unserer Himmelskörper stammen meist aus der antiken römisch-griechischen Götterwelt.
Die Menschen der europäischen Antike benannten Himmelskörper nach Figuren aus ihrer Mythologie. In der Neuzeit setzten sich diese Namen weltweit gegen Bezeichnungen anderer Kulturen durch. So tragen die Planeten im Chinesischen beispielsweise Namen, die den fünf Elementen zugeordnet sind.
Mit der Entdeckung weiterer Himmelskörper entstand die Notwendigkeit neuer Namen. Obwohl die antiken Mythen längst keine religiöse Bedeutung mehr hatten, hielt die Astronomie an dem römisch-griechischen Prinzip fest. Nur John Herschel durchbrach diese Tradition, indem er die Monde des von seinem Vater William entdeckten Planeten Uranus nach literarischen Figuren aus Werken von Shakespeare und Pope benannte. Erst in jüngerer Zeit finden auch Mythen außerhalb Europas Berücksichtigung.
Abgebildet sind alle Planeten, alle Zwergplaneten und Monde ab einem Durchmesser von 50 Kilometern.